Politiker, Gefangener, Anti-Apartheid-Kämpfer, erster schwarzer Präsident Südafrikas, Freiheitskämpfer, Friedensnobelpreisträger

 Die Zeitungen und Nachrichtensendungen der letzten Tage und Wochen überschütten uns gerade zu mit Fotos und Videos seiner Beerdigung. Am 5. Dezember 2013 starb Nelson Rolohlahla Mandela im Alter von 95 Jahren in Johannesburg, Südafrika. Er war ohne Zweifel eine der eindrucksvollsten und bewegendsten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts.

Früh übt sich‘s

Der schon früh sehr engagierte Mandela setzte sich bereits während seiner Collegezeit vehement für seine Interessen und Ideale ein. Dies hatte zur Folge, dass er nach einem Protest gegen die schlechte Verpflegung am University College suspendiert wurde. Auch widersetzte er sich einer bereits arrangierten Ehe und floh nach Johannesburg. Dort war er als Wachmann und Schwergewichtsboxer tätig und machte seinen Bachelor of Arts, um anschließend ein Jurastudium zu beginnen. In dieser Zeit, den späten 40er und 50er Jahren, war die Politik der Rassentrennung in vollem Gange. Als Präsident der ANC Youth League, die Jugendorganisation des Afrikanischen Nationalkongresses, führte Mandela eine landesweite, gewaltlose Kampagne gegen die Ungleichbehandlung an.

Abkehr von Gandhis Lehre und die Konsequenzen daraus

Untersuchungshaft, Verbannung und Verhaftungen konnten ihn nicht davon abhalten, sein Widerstandskonzept gegen die Apartheid umzusetzen und mit dem Volkskongress eine Freiheitscharta der Anti-Apartheid-Aktivitäten auszuarbeiten. Nach einem Massaker 1960 sah sich der von den Lehren Mahatma Gandhis inspirierte Mandela dazu gezwungen, dass nur im gewaltsamen Kampf die Apartheid besiegt werden konnte. Um ihn zum Schweigen zu bringen und der Bewegung eine leitende Persönlichkeit zu nehmen, wurde der Freiheitskämpfer zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch international wurde er nicht immer als Ikone gesehen, so stand er beispielsweise Jahre lang auf der Watch List der CIA und wurde von Ronald Reagan und Margaret Thatcher als Terrorist bezichtigt.

Eine lebende Legende

Mandela wurde erst 1990 aus der 27 Jahre langen Haft entlassen und verfolgte weiterhin seine Politik der Versöhnung und Vergebung. Er setzte sich für ein demokratisches Südafrika ein und wurde innerhalb der nächsten Jahre Präsident des ANC, erhielt für seine Bestrebungen den Friedensnobelpreis 1993 und wurde im Folgejahr der erste demokratisch gewählte schwarze Präsident Südafrikas.

Der Vater einer neuen Nation, ein Friedenskämpfer und einer der charismatischsten Männer des 20. Jahrhunderts ist von uns gegangen. Zahlreiche Lieder, Filme und Bücher sowie die von ihm gegründeten Stiftungen, seine Auftritte wie bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1995 und seine Vorbildfunktion für Menschenrechtsorganisationen erinnern an sein Vermächtnis, das noch lange über seinen Tod hinaus wirken wird.

Von Sarah Sinnreich

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