Was der Weihnachtsmann mit Demokratisierung und Statistik am Hut hat- Politikwissenschaftler zeigen Humor bei erster Weihnachtsvorlesung

„Papa, warum malen wir eigentlich immer nur Weihnachtsmänner aus – und nie Weihnachtsfrauen?“, fragte seine Tochter – nach einem malfreudigen Kindergartentag – Professor Dr. Salzborn. Auch er fand die Frage spannend, schließlich sind doch „Weihnachtsmann und Weihnachtsfrau Fiktion – wieso also einen malen und den anderen nicht?“ Dies nahm Professor Dr. Salzborn zum Anlass, um bei der ersten Weihnachtsvorlesung der Politikwissenschaft eine Lesung zu halten über „Weihnachtsmann und Weihnachtsfrau – Ein Problemaufriss“. Für viele Lacher sorgte er hierbei mit seiner Darstellung des „handfesten Kitaskandals“, der durch ein Ausmalbild einer Weihnachtsfrau ausgelöst wurde. Mit Glühwein und Keksen in der Hand lauschten die Teilnehmer sehr interessiert der Vorlesung rund um Weihnachten.

IMG_4962(Foto: Lea Seidel)

Auch Professor Dr. Busch sorgte für Heiterkeit im prall gefüllten Hörsaal, als er die politikwissenschaftsüblichen Methoden auf die Weihnachtsgeschichte anwandte. In seinem Vortrag „Obdachlosigkeit in Bethlehem – Ursachen und Lösungen aus politisch-ökonomischer Perspektive“ warf er mit Begriffen, wie „thick descriptions“, „sozialer Brennpunkt“, „Demokratiedefizit“ und „saisonale Überlast“ um sich. Er stellte in Frage, was die Volkszählung in Bethlehem damals überhaupt bezwecken sollte – und nannte die Situation „Überwachungsstaat“. Die Zählmethode durch Heimkehren in die Geburtsstadt kritisierte er stark und betonte, dass es einen „vergleichbaren Fall seit ziemlich genau 2000 Jahren nicht mehr gegeben“ habe. Der Wohnungsmangel, der damals in Bethlehem herrschte, der jedoch sei mit dem heute in Göttingen zu vergleichen. Für seine leuchtende Weihnachtsmütze und den schelmisch gehaltenen Vortrag erntete er viel Applaus.

Auch apl. Professor Gissendanner ging auf die soziale Lage damals in Bethlehem ein. Er erfand eine alte Rechnung über eine Hebamme der Christi Geburt und nutzte die Chance, um auch auf das Gesundheitssystem in Amerika einzugehen. Für lautes Gelächter sorgte er, als er die Geburts-Situation nachempfand. Da kam das Kind aus dem Bauch der Mutter, seine Lippen formten die Worte „Papa“ – und sie schauten dabei nicht Joseph an, sondern in den Himmel empor. Joseph, der wollte Maria ja ohnehin verlassen.

Mit Freude erwartet wurde im Hörsaal auch Dr. Jakobi, der einen Saxophonauftritt auf die Bühne legte.

Professor Dr. Alexander setzte zu Beginn ihrer Lesung eine Weihnachtsmütze auf und erklärte, dass sie somit das tue, was in der Weihnachtsfeier viele tun: „Now, I am santafying myself!“ Mit ihrem Vortrag „Democratizing Santa“ trug auch sie zur guten Stimmung des Abends bei. Sie erklärte, dass der Weihnachtsmann demokratische Werte vermittle – passend zur jeweiligen Zeit. So verändere er sich auch im Laufe der Geschichte: Mal als Soldat, mal im roten Gewand, mal tritt er als Monster auf. Professor Dr. Alexander warf die Frage in den Raum, warum der Weihnachtsmann eigentlich weiß sei? Wieso nicht homosexuell? Weiblich? Mit ihrem kalifornischen Akzent wünschte sie dem Saal „Merry Christmas – in the interest of democracy, be sure to santafy yourself!“.

Von Theresa Hellwig

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