Rechtsextremistische Studentin durch Linksaktivisten an den Pranger gestellt

Mit Plakaten, wie „Die ganze Uni hasst dich!“ und „Nie wieder Faschismus“ stürmten am Donnerstag, dem 7. November 2013 Linksaktivisten eine Politikwissenschaftsvorlesung in Hannover. Mit großen Papppfeilen wiesen sie auf eine Studentin im Hörsaal: Christina Krieger. Die 23-jährige ist NPD-Landesvorstandsmitglied und hannoversche Unterbezirkschefin der rechtsextremen Partei. Auch der mittlerweile verbotenen Gruppe „Besseres Hannover“ gehörte sie an. Die Linksaktivisten verlasen eine Abhandlung über das politische Dasein der Studentin und stellten ein Video der Inszenierung auf YouTube.

Die Polizei, die die Studentin rief, sah die maskierten Aktivisten nicht einmal mehr von Weitem. Der Dozent schien mit der Situation „überfordert“.

Das Institut für Politikwissenschaft in Hannover distanzierte sich von dem Vorfall und drückte seine Missbilligung aus: „Die Fakultätsleitung ist entsetzt über die denunziatorische Form der Protestaktion“. „Wir suchen unsere Studenten weder nach Hautfarbe noch nach der politischen Meinung aus – jeder hat das Recht, hier zu studieren“, stellte Geschäftsführer Prof. Marian Döhler klar.

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin hingegen bezeichnet den Vorfall in einer Pressemitteilung als „politische Intervention der erfreulichen Sorte“.

Die Studentin selbst zeigt sich im Nachhinein sehr gelassen. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte sie: „Liebe Kameraden und Sympathisanten, da momentan das Video von mir bei der Vorlesung in der Uni seine Runden dreht, muss ich zugeben, dass es die beste Werbung für die Partei ist, die man sich vorstellen kann. Ich bekomme seitdem sehr viele Mitgliedsanfragen und Solidaritätsbekundungen selbst von Leuten, von denen man es nie gedacht hätte.“

Der Fall um die rechtsextreme Studentin Christina Krieger ist jedoch nicht der einzige an deutschen Universitäten. Einen ähnlichen Fall gab es beispielsweise auch in Berlin an der Freien Universität, wo der rechtsextreme Publizist Lion Edler Politikwissenschaft studiert. Dieser schreibt für das Magazin „Eigentümlich frei“ und die Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“.

Der Satire-Blogger „Postillon“ hat seine eigene Theorie, wie mit den Mitgliedern der nationaldemokratischen Partei umzugehen sei. Er schlägt vor, die Rechtsextremisten einfach „abzuschieben“. Seine Theorie: Die „Abschiebung von Nazis würde die Staatskasse um Milliarden entlasten“, da die Kosten der vielen Justizfälle und Arbeitslosen unter ihnen beispielsweise wegfallen würden. Auch für den Ort der Abschiebung hat der Blogger schon einen zynischen Plan: „Einige Länder wie die Türkei, Afghanistan, Israel und Somalia haben bereits signalisiert, sie würden gerne so viele Nazis aus Deutschland aufnehmen wie möglich“.

Von Theresa Hellwig

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