Hinter den Kulissen

Der 29. Mai fällt in diesem Jahr auf einen Mittwoch. Der britische Rockmusiker Eric Clapton gibt ein Konzert in Frankfurt, der Komiker und „Beziehungsexperte“ Mario Barth tritt in der Lanxess Arena in Köln auf und verzückt sein Publikum mit den täglichen Missverständnissen zwischen den Geschlechtern. Der ehemalige amerikanische Präsident John F. Kennedy wäre an diesem Tag 96 Jahre alt geworden. Sarah Gräßler hatte sich den 29. Mai im Kalender rot markiert, allerdings hat keiner der genannten Herren etwas damit zu tun. Für die Sport- und Geschlechterforschungsstudentin hatte dieser Tag eine komplett andere Bedeutung, er sollte den Abschluss und Höhepunkt einer Arbeit bilden, der sie sich ein halbes Jahr lang gewidmet hat. Der 29. Mai, der Tag des DIES Academicus, einer der größten Sportveranstaltungen rund um Göttingen. Sarah Gräßler gehört zu den Organisatoren, die diesen Event auf die Beine stellen und schätzungsweise 8.000 sportbegeisternden Studierenden einen unvergesslichen Tag garantieren. Doch es sollte anders kommen, starke Regenfälle machten jegliche Pläne zunichte. Der 19. Juni ist als Nachholtermin vorgesehen. Die Augusta hat hinter die Kulissen geschaut und ausgemacht, weswegen es sich lohnt noch ein wenig zu warten.

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Das Organisationsteam des DIES

Der DIES Academicus ist als alljährlicher Sport- und Kulturtag der Universität Göttingen nicht mehr wegzudenken. „Sommer, Spaß, Unterhaltung, Sport“, mit diesen wenigen Worten beschreibt Gräßler, was der Veranstaltung sein Flair verleiht. Es klingt wie eine Zauberformel. Gerade die Einfachheit dieser Rezeptur macht den DIES für seine Besucher so attraktiv.  Das Angebot ist vielfältig, ein bunter Mix aus Sport und Kultur. Auf dem Sportzentrum am Sprangerweg werden verschiedene Ballsportturniere ausgetragen, unter anderen treten 144 Teams um die Fußballkrone an. „Das Teilnehmerkontingent für das Fußballturnier war 10 Minuten nach Öffnung des Anmeldeverfahrens voll“, erinnert sich Gräßler schmunzelnd. Beim Volleyball habe es 20 Minuten gedauert. Dazu kommen noch zahlreiche weitere, teils skurrile Wettbewerbe, die inzwischen fest in der DIES-Tradition verankert sind: Das Bobby Car Rennen und der Klimmzug-Contest, in diesem Jahr erstmals durch die Wortakrobatik verschiedener Poetry-Slam-Einlagen begleitet, stehen auf dem Programmplan.

Doch wer sind die Macher des DIES? Was verbirgt sich hinter den Kulissen einer der beliebtesten universitären Sportveranstaltungen Deutschlands? „Wir sind ein Seminar, bestehend aus sechs Studierenden unter der Leitung von Mischa Lumme“, stellt Gräßler vor. Das zwei Semesterandauernde Modul „Eventmanagement in Theorie und Praxis am Beispiel des DIES“ gewährt seinen Teilnehmern einen Einblick in die Sportveranstaltungsorganisation, der DIES stellt eine Bewährungsprobe und Reifeprüfung dar. „Wir haben zu Beginn gesammelt was wir uns von dem Seminar erhoffen. Dabei waren unsere Zielvorstellungen ganz unterschiedlicher Natur: die Übernahme von Verantwortung, ein Überblick über die Arbeit einer Projektgestaltung, Kreativitätserweiterung oder auch die Verbesserung der Teamfähigkeit“, erklärt Gräßler. Die Vielfältigkeit des DIES Academicus spiegelt sich in den verschiedenen Kompetenzbereichen wieder, die jeweils einer der Studierenden bearbeitet. Während Sarah Gräßler sich für die Pressearbeit zuständig zeigt, kümmert sich Nico Gießler um den Gastronomiebereich und Florian Loest um die Turnierleitung. Kirill Pivsaev organisiert die sogenannte Event-Meile und Christin Bühler ist mit der DIES-Bühne sowie Volunteerbereich betraut. Zusätzlicher Bestandteil des Teams ist Lars Glitsch, Auszubildender beim Hochschulsport, der zwischen als Bindeglied zwischen seinem Arbeitgeber und der Gruppe der Studierenden fungiert. „Auch wenn jeder für einen speziellen Aufgaben verantwortlich ist, haben wir gemeinsam an der Verwirklichung des DIES gearbeitet“, sagt Gräßler. Bei den wöchentlichen Treffen seien im Plenum Ideen gesammelt und diskutiert worden, so habe es einen ständigen In-put von außen gegeben. „Mischa hat uns mit seiner Erfahrung immens weitergeholfen“, lobt Gräßler. „Manchmal musste er uns etwas bremsen, wenn wir vor Begeisterung von neuen Ideen nicht das komplette Ausmaß bedachten.“

Neu ist in diesem Jahr die Farbpracht des DIES Academicus, im wahrsten Sinne des Wortes. Bei einem Zumba-Flashmob soll indisches Holi-Pulver die Menschenmasse in eine bunte Traube verwandeln. Zudem wird ein Graffiti- Ausprobier- und Mitmach-Workshop angeboten. „Der DIES ist nicht nur eine reine Sportveranstaltung, sondern vielmehr eine Art Festival. Das Motto „Es wird bunt“ repräsentiert die farbenfrohe Aufmachung des Events und sein Abwechslungsreichtum“, erläutert Gräßler. Um einen höheren Wiedererkennungswert zu schaffen und den DIES noch stärker als eigene Marke zu etablieren, wurde der Slogan „The Art of DIES“ eingeführt. „Wir haben des Weiteren auf die Kritik der letzten Jahre, dass es aufgrund des großen Angebots zu unübersichtlich sei, reagiert.“ Ein ausführliches Programmheft samt Lageplan soll Abhilfe verschaffen. So könne jeder von Anfang an nachvollziehen, wo er oder sie hin will, erklärt Gräßler.

Sarah Gräßler sah dem 29. Mai zuversichtlich entgegen. „Ich habe ein gutes Gefühl. Wir sind bestens vorbereitet und warten darauf, dass es los geht.“ Nun eben der 19. Juni. Besonders gespannt sei sie darauf zu sehen, wie sich die Arbeit von sechs Leuten an einem Event dieser Größenordnung in die Realität umsetzt. „Das einzige was schiefgehen kann ist das Wetter.“ Gleichzeitig seien aber auch die Besucher gefordert ihren Teil zum farbenfrohen Fest beizutragen, appelliert Gräßler. „Das Fest lebt von seinen Gästen. Wir sind darauf angewiesen, dass die Studierenden verantwortungsvoll mit ihrem Alkoholkonsum und der Müllentsorgung umgehen.“ Dann steht dem Auflodern des Spirits des „Art of DIES“ nichts mehr im Weg.

Marc Strotmann (marcstrotmann@yahoo.de)

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