Schluss mit lustig!

Viele Studierende sind unzufrieden mit den Lehrverhältnissen am Sportinstitut. Ein offener Brief an das Universitätspräsidium und das Dekanat der sozialwissenschaftlichen Fakultät soll für ein Umdenken sorgen

Das Sportgelände am Sprangerweg bietet einen idyllischen Anblick. Im Sonnenschein kommt das saftige Grün der Rasenplätze zur Geltung, Lichtstrahlen spiegeln sich in der Glasfassade des Fitnesszentrums. Ein Stück heile Welt. Doch diese bröckelt gewaltig, ein Konflikt schwelt bereits seit längerem unter der Oberfläche. Spätestens der November vergangenen Jahres, bot einen klaren Fingerzeig. Auf einem weißen Banner, direkt über dem Haupteingang angebracht, prangten in schwarzen Lettern: „Wir trauern um unsere Lehre!“. Ein verfrühter Nachruf, der allerdings die Stimmung eines Großteils der Sportstudierenden widerspiegelt. „Seit etlichen Jahren existieren bereits die selben Probleme“, beschreiben Arne Hillmann und Michael Fraenkel von der Fachgruppe Sport. „Beim Institut stießen wir auf verschlossene Türen. Die vorgebrachten Schwierigkeiten wurden als Einzelfälle oder Meinung der Fachgruppe abgetan.“ Dass dem nicht so ist, zeigt die hohe Beteiligung der Anfang des Jahres stattgefundenen studentischen Vollversammlung. „Das ist am Sportzentrum keinesfalls alltäglich“, sagt Fraenkel. Im Plenum sei die Idee eines offenen Briefs entstanden, der die schwerwiegendsten Kritikpunkte zusammenfasst. „Wir stellen seit längerem eine Abwärtsspirale fest, sowohl was die Qualität, als auch die Quantität des Lehrangebots anbetrifft“, analysiert Hillmann. Mangelndes oder nur angelesenes Expertenwissen in den praktischen Sportkursen, eine hohe Fluktuation des Lehrpersonals und der Weggang beliebter Dozenten und Dozentinnen sorgen für Unmut unter den Sportstudierenden. Hinzukommen Differenzen zwischen dem Sportinstitut und dem Hochschulsport. „Insbesondere Exkursionen fanden in den letzten Jahren häufig unter der Leitung von Mitarbeitern des Hochschulsportzentrums statt. Gerade Ski und Kanu bieten vor allem für Lehramtsstudierende eine zusätzliche Qualifikation, die sich im späteren Berufsleben bezahlt macht“, erklärt Hillmann. Durch Ausbleiben oder Reduktion dieser Angebote leidet die Attraktivität des Studienstandortes Göttingen. Die Streitigkeiten zwischen den Leitungen des Sportinstituts und des Hochschulsports belasten das Umfeld. „Wir als Fachgruppe befanden uns zuletzt zwischen den Stühlen und agierten häufig als Moderator“, stellt Fraenkel fest. „Unsere eigentliche Aufgabe als Ansprechpartner für Studierende können wir unter diesen Umständen, nicht im gewünschten Maß wahrnehmen.“

Bezeichnend, dass sich der offene Brief sich nicht an das Sportinstitut, sondern an das Universitätspräsidium und das Dekanat der sozialwissenschaftliche Fakultät wandte. Insgesamt 498  aktuelle und ehemalige(!) Sportstudierende haben die Petition unterschrieben, die Anfang Februar Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel und Vizepräsident Prof. Wolfgang Lücke überreicht wurde. Die Reaktion war durchgehend positiv. So erklärte die Präsidenten dem Göttinger Tageblatt, man werde sich der Sache annehmen und lobte die Art des Protests der Fachgruppe Sport. Den Worten müssen  Taten folgen. „Bislang ist nicht viel passiert, aber wir sind guter Hoffnung, dass sich in naher   Zukunft etwas ändern wird“, sagt Hillmann. Die Sportstudierende haben ihren Standpunkt klar dargelegt. Nun sind die Universitätsverantwortlichen gefordert eine Reaktion zu zeigen.

von Marc Strotmann (marcstrotmann@hotmail.de)

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