Atoms for Peace – AMOK

Radioheads Sänger Thom Yorke hat gemeinsam mit dem wahnsinnigen Bassisten Flea der Red Hot Chili Peppers und wenigen anderen Musikern ein Album gemacht, das Kritiker begeistert. Die Mischung aus Yorkes melancholischer Stimme, dem drumlastigen Sound und den kongenialen Bassriffs von Flea wirkt anders. Jeder Mensch, der mal ein Radiohead-Album gehört hat, dass nach „Kid A“ veröffentlicht wurde, weiß ungefähr, in welche Richtung der Sound gehen könnte.

Diese Beschreibung ist genauso nötig wie unwichtig, da man zwar jetzt ahnt, was einen erwartet, aber dies alles mit Radiohead kaum etwas gemeinsam hat.

Es geht um Elektro und Minimal und der Interpretation dieser Musikrichtungen durch Yorke. Das Zuhören macht Spaß! Vor allem im Strom des ganzen Dubstepmülls, der gerade die elektronische Szene übersättigt. In Deutschland hält die Szene lediglich mit Songs dagegen, die sich auf Phrasen beschränken, die auf minimale Beats eingesprochen werden und dann gefühlte 50 Mal wiederholt werden.

Atoms for Peace unterlegen ihre Musik mit anspruchsvollen, psychedelischen Drums, die sich kaum wiederholen, sondern sich in jedem Song ändern, um auf sich selbst wieder Bezug zu nehmen. Sounds kommen von überall her und sorgen an den richtigen Stellen dafür, dass der Zuhörer gerade nicht das Interesse verliert, sondern sich über die Zusammensetzung von Musik, das Wiederaufgreifen von Motiven und Lyrics wundert.

Das Beste ist wahrscheinlich Thom Yorkes Stimme. Sie ist auf dem richtigen Weg, einfühlend wie auch prägnant, und scheint über allen Songs zu schweben wie ein Mantra. Sie vermittelt gute Laune auf schleichende Weise, aber mahnt einen auch zum Ernst. Die Texte sind Radioheadesque: „Thin persecutors and twisted vistas/A horned reptile that has crawled upon the earth“, und suchen ihresgleichen.

Ärgerlich ist nur, dass sich die Songs alle sehr ähnlich anhören und jemand, der keinen Zugang zu elektronischer Musik hat, wohl kaum auf den Geschmack kommen wird. Alle anderen sollten sich dieses Werk unbedingt anhören!

Von Jan Heemann

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